Schulprogramm

Auszug einiger wichtiger Punkte aus dem Schulprogramm der Willy Brandt Teamschule


Das komplett Schulprogramm steht Ihnen zum Download zur Verfügung.

Einführung
Das vorliegende Schulprogramm ist Mitte des Jahres 2015 fertig gestellt worden. Es berücksichtigt Ergebnisse der internen Evaluation und die daraus folgenden Ziele für die Schulentwicklung. Außerdem fließen Rückmeldungen der Schulinspektion mit ein. Das Schulprogramm beschreibt unsere Entwicklungsvorhaben für die kommenden Jahre bis zum Juni 2020. Dabei werden aktuelle Entwicklungen in der Gesellschaft, Schulpolitik und im Kiez beachtet und im Schulentwicklungsprozess berücksichtigt.

Einbindung in den Kiez und die Sozialstruktur
Die Willy-Brandt-Teamschule liegt im Wedding im Ortsteil Gesundbrunnen. Ein Großteil der Schülerschaft kommt aus dem Schulumfeld. Dieses ist seit Jahren von erheblichen sozialen Problemen gekennzeichnet. „Heute sind im Ortsteil gravierende soziale Probleme zu konstatieren. Die Verhältnisse sind durch einen extrem hohen Anteil von unter 15-jährigen geprägt, die von staatlicher Hilfe (rund 70 %) abhängig sind. Der Ortsteil ist mit 87.670 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2013) der bevölkerungsreichste des Bezirks Mitte. Zudem ist er mit einem Durchschnittsalter von unter 38 Jahren in Berlin einer der jüngsten. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Gesundbrunnen ist mit 34,9 % der höchste aller Ortsteile von Berlin. Im gesamten Bezirk Mitte liegt der Ausländeranteil bei 28,6 %, im Berliner Durchschnitt bei 14,8 %. Über die Hälfte (59,6 %) der Bewohner in Gesundbrunnen haben einen Migrationshintergrund.“....
Externe Partner
Kooperationspartner der Schule: Zukunftsbau GmbH, Pfefferwerk gGmbH, OSZ Banken und Versicherung, August-Sander-Schule, Gesundbrunnen-Grundschule, Verein Berliner Kaufleute und Industrieller. Etwa 10 externe Honorarkräfte bereichern seit vielen Jahren unser AG-Angebot. Vier Lesepaten stehen für individuelle Leseförderung zur Verfügung. Unsere Schule wird derzeit von Fachcoaches in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch unterstützt. Außerdem erhalten wir Beratung zu Inklusion und Schulentwicklung.

Leitbild der Willy-Brandt-Schule
Die Willy-Brandt-Schule ist den grundsätzlichen Bildungs- und Erziehungszielen des Berliner Schulgesetzes verpflichtet. Insbesondere gilt:

„Die Schule soll Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen vermitteln, die die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, ihre Entscheidungen selbstständig zu treffen und selbstständig weiter zu lernen, um berufliche und persönliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, das eigene Leben aktiv zu gestalten, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen und die Zukunft der Gesellschaft mit zu formen“ (§3 Absatz(1) SchulG)

An unserer Schule sind alle Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen willkommen. Sie sollen Freude am Lernen und an der Übernahme sozialer Verantwortung gewinnen. Das grundlegende Erziehungsprinzip liegt in der Selbstständigkeit der Heranwachsenden und in der Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit. Die Rolle der Gemeinschaft und ein lebendiges Schulleben wird gestärkt, soziale Bildung angestrebt. Im Sinne unseres Namensgebers Willy Brandt sind wir dem friedlichen und demokratischen Miteinander und den Werten des Grundgesetzes verpflichtet. So ist es bei uns Tradition, dass unsere Schülerinnen und Schüler am Willy-Brandt-Tag das Abgeordnetenhaus oder das Willy-Brandt-Haus besuchen. Zudem nehmen die Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs an Jugendwahlen teil, auf die sie in der Projektarbeit vorbereitet werden. Wir leben und lernen alle Formen der Zusammenarbeit als Teamschule und stärken die Lernenden in der Schülermitverantwortung. Um den Grundschülern einen erfolgreichen Start im 7. Jahrgang zu ermöglichen, arbeiten wir mit verschiedenen Grundschulen zusammen.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die individuelle Förderung aller unserer Schülerinnen und Schüler. Aus diesem Grund praktizieren wir Formen des individuellen Lernens (Lernbüros), der Zusammenarbeit (fachübergreifende Projekte und Werkstätten) und arbeiten im Unterricht binnendifferenziert. In den Werkstätten können die Schülerinnen und Schüler ihren Neigungen und Begabungen entsprechend gefördert werden.
Wir wollen, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Schulabschluss erreichen, den Übergang in die Berufsausbildung schaffen oder in die gymnasiale Oberstufe. Deshalb achten wir vom ersten Tag an auf durchgehende Sprachbildung und motivieren zu guter Sprachbeherrschung. Eine durchgängige Sprachbildung, die allen Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur Bildungssprache eröffnet, bietet die Chance, sich den sprachlichen Anforderungen zu stellen, die Schule in allen Fächern bietet. Sprache wird als Mittel des Lehrens und Lernens bewusst verwendet und gefördert.
Im „Dualen Lernen“ ergänzen wir theoretisches Lernen und abstraktes Denken mit praktischem Arbeiten innerhalb und außerhalb der Schule und stellen so den Bezug zur praktischen Lebens- und Berufswelt her. Voraussetzung für einen erfolgreichen Übergang der Schülerinnen und Schüler in die Berufsausbildung ist eine intensive Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern.

Bestandsaufnahme und aktuelles Differenzierungskonzep
Form und Beginn der Leistungsdifferenzierung
Aus dem Schulprogramm leiten sich für die Willy-Brandt-Schule zwei Leitziele ab, die auch bei der Entwicklung eines Differenzierungskonzeptes eine wichtige Rolle spielen. Neben der Berufsorientierung ist die Sprachentwicklung ein weiterer Schwerpunkt der schulischen Arbeit. Beide Bereiche führen somit zur Fokussierung auf den Ausbau und die Förderung der Kompetenzen Kommunikation und Dokumentation bezüglich des sprachlichen Schwerpunktes und auf spezielle Aufgabentypen und Themen, die der Stärkung der Selbstständigkeit und der Förderung der Befähigung zur Selbsteinschätzung bezüglich des berufsorientierenden Schwerpunktes dienen. In der Willy-Brandt-Schule wird in allen Jahrgangsstufen nach dem Prinzip der inneren Differenzierung unterrichtet. Dabei werden die Unterrichtsinhalte und Lernarrangements individuell oder gruppenspezifisch den lernspezifischen Voraussetzungen der Schüler/innen angepasst (s. Punkt 4).

Konzept für die Einstufung der Schüler/innen
Zur Einschätzung der Lernvoraussetzungen werden für die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse neben den Ergebnissen der Lernstandserhebung LAL 7 in Mathematik und Englisch nicht nur die schulischen Leistungen des ersten Halbjahres genutzt, sondern auch die Ergebnisse von schulinternen Jahrgangstests. Diese Aspekte führen zur Einteilung in zwei verschiedene Niveaustufen (E- und G-Niveau) für das binnendifferenzierte Arbeiten zum zweiten Halbjahr der Klassenstufe 7 in den Fächern Mathematik und Englisch. Diese Art der Leistungsdifferenzierung findet in den Klassenstufen 8 – 10 ihre Fortsetzung.
Die Differenzierung im Fach Deutsch und in dem naturwissenschaftlichen Fach Chemie erfolgt zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe. Neben den Ergebnissen der zentralen Lernstandserhebung VERA 8 in Mathematik, Englisch und Deutsch werden hier zur Entscheidung über die Einstufung der Lernenden in die Leistungsstufen zum einen die erzielten Lernergebnisse (Jahresnote), der Lernwille und die Anstrengungsbereitschaft und zum anderen die erreichten Ergebnisse bei der Durchführung von Klassenarbeiten und schulinternen Jahrgangstests (am Ende der Jahrgangsstufe 8) in allen 8. Klassen genutzt.
Bei Erreichen von 72 % der Gesamtpunktzahl, der Klassenarbeit oder des schulinternen Jahrgangstests (9 Notenpunkte) werden Schülerinnen und Schüler ohne Konferenzbeschluss im nächsten Halbjahr im E-Niveau unterrichtet. Beim Erreichen ab 56 % der Gesamtpunktzahl, der Klassenarbeit oder des schulinternen Jahrgangstests (6 Notenpunkte) unterbreitet der jeweilige Fachlehrer einen Vorschlag für eine Niveaustufe. Gegenstand der Beratung sind auch die persönliche Kompetenz, der allgemeine Leistungsstand und die soziale Kompetenz. Die Entscheidung obliegt dem Fachkollegen und dem Jahrgangsteam. Bei einer Unterschreitung von 56 % der Gesamtpunktzahl sollten die Lernenden vorzugsweise Aufgaben des G-Niveaus bearbeiten, um eine Überforderung zu vermeiden. Die Entscheidung wird halbjährlich dokumentiert.
Für alle Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erstellt der Sonderpädagoge zu Beginn des 7. Schuljahres, auf der Grundlage der Vorgespräche in der Grundschule und einer Eingangsdiagnostik, einen individuellen Förderplan. Der Förderplan wird halbjährlich fortgeschrieben und dient als Grundlage für individuelle Unterrichtsangebote, die für die Lernenden einen Nachteilsausgleich schaffen. Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Geistiger Entwicklung“ werden in Anlehnung an die entsprechenden Rahmenlehrpläne unterrichtet und bewertet.